Was wurde zuerst erfunden: Kamera oder Telefon?
Telefon
Der Franzose Louis Aimé Augustin Le Prince war von klein auf fasziniert von Lichtbildern und ihrer Funktionsweise. Er bewunderte die Serienfotos von Eadweard Muybridge, die Bewegungsabläufe von Tieren und Menschen festhielten. Dann, 1886, konstruiert Le Prince eine Kamera, die 16 Bilder in der Sekunde aufnehmen kann - die erste Filmkamera. Die Erfindung macht schnell Karriere. 1895 führen die französischen Brüder Louis und Auguste Lumière Kurzfilme, mit ihrem „Kinematografen“ auf Zelluid gebannt, in einem abgedunkelten Pariser Salon vor; die Zuschauer sind restlos begeistert.
Ganz anders ging es da Philipp Reis, als er 1861 seine Erfindung dem Physikalischen Verein Frankfurt vorstellte: das Telefon. Die Wissenschaftler lauschen gebannt, aus dem Apparat hallt leise „Oh, du lieber Augustin“, gesungen im gegenüberliegenden Gebäude. Dann klatschen sie höflich, halten die Erfindung aber für unnütze Spielerei. Reis Idee scheint zu sterben. In den USA jedoch findet sie einen heute weltberühmten Anhänger: 1862 besorgt sich Alexander Graham Bell ein Reis-Telefon und arbeitet damit. Am 14. Februar 1875 reicht er das Telefon in Washington zum Patent ein.

